Bund der Versicherten mahnt: „Stigmatisierung von Kunden stoppen!“

„Wer ohne Wissen der Betroffenen deren Daten sammelt, führt oft nichts Gutes im Schilde“, sagt Lilo Blunck, Vorstandsvorsitzende des Bundes der Versicherten (BdV). Die Chefin der mit 50.000 Mitgliedern größten bundesdeutschen Verbraucherschutzorganisation für Versicherte erinnern anlässlich des Europäischen Datenschutztages am 28. Januar 2008 daran, dass die Versicherungswirtschaft über die Stränge schlägt: „Sie sammelt heimlich Kundendaten in Risikolisten.“

 

Nach BdV-Informationen haben die Versicherer rund zehn Millionen Datensätze zusammengetragen, ohne ihre Kunden davon zu informieren. Die BdV-Vorstandsvorsitzende: „Es ist höchst zweifelhaft, ob dieses Vorgehen mit den Datenschutzbestimmungen in Einklang zu bringen ist.“

Selbst wenn die Assekuranz auf diese Datenbanken aufgrund öffentlichen Drucks verzichten sollte, stelle sich die Frage, zu welchen Datenhäufungen es in der Vergangenheit außerdem gekommen sei. Der Europäische Datenschutztag sollte auch für die deutschen Datenschutzbeauftragten bei Bund und Ländern Anlass genug sein, sich der Datensammelwut einer solch‘ großen Branche genauer als bisher anzunehmen.

Die Argumentation der Versicherer, die Datensammelei diene der Bekämpfung des Versicherungsbetruges, entlarve sich selbst. Lilo Blunck: „Es darf nicht übersehen werden, dass auch und gerade redlichen Kunden, die mehrfach Schadensfälle gemeldet haben, ohne ihr Wissen in den schwarzen Listen auftauchen.“

Allein die Ablehnung etwa eines Antrages für eine Berufsunfähigkeitsversicherung könne dafür schon ausreichen. Das habe für die Kunden möglicherweise gravierende Folgen, denn sie erhielten danach oft sang- und klanglos keinen Versicherungsschutz mehr.

V.i.S.d.P.: Lilo Blunck.

Henstedt-Ulzburg, 23.01.2008

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